Glatten

Mit etwas gemischten Gefühlen startete ich heute vor der Barriere bei P.1035 in den etwas diesigen Morgen. Die Tage zuvor war es trotz Bise bis weiter über 2000 m recht warm gewesen, der Schnee war aufgeweicht und wieder gefroren, und es hatte etwas geregnet; zusammen mit den zahlreichen Abfahrtspuren versprach das keine berauschenden Schneeverhältnisse…

Die Strasse zum Saliboden war von einem Raupenfahrzeug planiert worden und der Schnee bretthart gefroren, doch ich kam recht voran, stieg dann durch den Ruosalper Wald hinauf und folgte der Spur über einsame Hänge hinauf nach Unterstafel. Ab hier war die Spur teils zugeweht und ich zog einige Kehren durch den frischen Triebschnee, die Steilstufe bei P.2021 war interessanterweise jedoch ohne Triebschnee. Kurz darauf lief ich durch den tief eingeschneiten Canyon hinter dem Chli Glatten hindurch und erreichte schliesslich mit P.2438 den höchsten Punkt der Tour. Ich genoss die herrliche Aussicht auf die Nordwand des Clariden, den Gross Ruchen und die Gross Windgällen und freute mich auf die Abfahrt.

Zunächst kurvte ich genüsslich durch den lockeren Schnee hinab in den Canyon östlich des Chli Glatten. Als ich jedoch in die Nordflanke einfuhr, war die Freude jedoch bald verflogen: die dünne Wolkenschicht sorgte für nun schwache Kontraste und die Wärme und Regen hatten ganze Arbeit geleistet und eine wunderbare Bruchharsch-Decke geschaffen. Dazu kam, dass eine Bindung aufgrund einer verstellten Schraube bei fast jedem kräftigen Schwung aufging… so quälte ich mich Bogen für Bogen den Hang hinunter und war froh, als ab Gwalpeten der Schnee wieder tragend hart war. Über den mühsam zerfahren-gefrorenen Schnee der Bergstrasse rutschte ich schliesslich in den Saliboden und weiter zum Parkplatz zurück. Die bisher schlechteste Abfahrt der Saison!

18. Februar 2021 – Skitour/ZS/1400m/total 3h30min.