Auf den Stössenstock gewühlt

Als ich heute gegen halb acht bei Gorezmettlen auf dern Sustenpassstrasse startete, war ich skeptisch, ob die Schneefälle der letzten Tage ausgereicht hatten, um die Schneeschmelze des Jahreswechsels zu kompensieren. Es lag deutlich weniger Schnee als bei meinem letzten Besuch im Dezember. Das generell wenig Schnee in den Bergen liegt, machte die kleinen Bachquerungen am Ende des Tals bei der Abzweigung Chli Spannort-Stössenstock nicht gerade einfacher. Aber die beiden Spurer des Vortages hatten eine Schneebrücke gefunden. Im Couloir lag ausreichend Schnee und auf der ideal angelegten Spur erreichte ich schnell die Sonne am oberen Ausgang der Rinne. Beim Gletscher war die Spur dann zugeweht und ich zog grosszügige Kehren durch den leicht windgedeckelten Schnee. Der letzte, steile Anstieg zum Skidepot war daher auch recht kräftezehrend. Die nächsten fünfzehn Minuten verbrachte ich damit, mich durch den tiefen Schnee und schliesslich durch die Wächte in die Scharte hinauf zu wühlen. Ziemlich erledigt erreichte ich schliesslich nach 3h45min den Gipfel des Stössenstocks.

Nachdem ich durch meinen schulterbreiten Durchschlupf wieder meine Ski erreicht hatte, zog ich genüsslich eine herrliche Linie den Gletscher hinab. Rechts des Couloirs fand ich ebenfalls noch guten Schnee und fuhr schliesslich sehr zufrieden und voller Freude über die gelungene Tour zurück zum Ausgangspunkt.

13. Januar 2022 – Skitour, 1400m, total ca. 5h